Risikomanagement in der Lieferkette.

Risikomanagement in der Lieferkette.

Versteckte Risiken am Beispiel Automobilelektronik.

ABSTRACT

“Weltautos“ werden heute in mehreren Werken auf unterschiedlichen Kontinenten gefertigt. Die Internationalisierung und Globalisierung wirkt sich immer stärker auf die heutigen Lieferketten in der Automobilindustrie aus. Diese haben einen außerordentlich starken Anstieg des Komplexitätsgrades bei gleichzeitig hoher Effizienz erreicht. Die Logistik zur Belieferung der weltweiten Werke ist eine Herausforderung für jeden Hersteller. Obwohl bestehende Konzepte wie Just-in-time und Just-in-sequence eine hohe Supply-Chain-Effizienz ermöglichen, erhöhen sie die Störanfälligkeit globaler Lieferketten in starkem Maße. Daher gehört das Risikomanagement in der Lieferkette schon lange zum Standardrepertoire der Original Equipment Manufacturer (OEM): Zulieferer („Tier 1“) werden nicht nur hinsichtlich ihrer technischen, sondern auch ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit unter die Lupe genommen. In vielen Fällen wenden die OEM ein Dual- oder sogar Multiple-Sourcing Prinzip an. Das gleiche Bauteil wird von zwei oder sogar mehreren unterschiedlichen Lieferanten bezogen, sodass bei Ausfall einer Bezugsquelle die Lieferfähigkeit gesichert ist. Bei genauerer Analyse der Vorlieferanten („Tier 2“) in der Lieferkette zeigt sich, dass selbst diese Strategie Lücken aufweist. In diesem Artikel wird ein Beispiel mit besonders hoher Brisanz erörtert: die Konzentration der Herstellung von Halbleitern für die Automobilelektronik bei wenigen, ja sogar nur einem Hersteller.

DER AUTOR

Hanns Peter Becker ist Partner der Managementberatung POLARIXPARTNER. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Projektleiter für Projekte zur technischen Produktentwicklung. Hanns Peter Becker hat zudem mehr als 15 Jahre Beratungserfahrung in verschiedenen Branchen, vorwiegend in der Automobilindustrie: Experte im Bereich Elektromobilität, insbesondere Entwicklung und Sourcing von Komponenten für Hybrid- und E-Fahrzeuge; iNTACS zertifizierter Provisional Assessor für SPICE (ISO/IEC 15504) sowie PRINCE2 qualifiziert (foundation level).